Einleitung St. John's Cape St. Mary's Bay of Exploits Gros Morne Südküste Cape Breton Tidal Bore

Dienstag - 6.8. - Unterwegs


Wir kommen relativ spät auf die Piste und frühstücken im Motel mit netter Aussicht (vielleicht hätten wir da ja auch ganz gut übernachten können??). Wir fahren weiter an der Küste entlang durch einen wolkenverhangenen Tag. In Inverness gehen wir eine Runde zwischen Hafen und Strandbad. Aber es gibt keinen rechten Grund anzuhalten, und so fahren wir auf schlechten Strassen durch nebligen Wald mit vereinzelten Blicken auf den See, der Meer ist. Es gibt nur ein oder zwei Stellen, wo man bei schönem Wetter gern mal bleiben möchte. Im CD-Spieler läuft die Neufundlandmusik rauf und runter. (Vielleicht hätten wir doch auf der Hauptstrasse bleiben sollen?)

In St. Peters schauen wir uns die Schleuse an, die Meer mit Meer verbindet. Ein Segelboot geht gerade durch. Viel Höhenunterschied ist nicht zu überwinden, nur die unterschiedlichen Gezeiten machen die Schleuse notwendig. Hier gibt es endlich auch wieder GSM-Empfang und ich telefoniere mit meiner Mutter. Aber es zieht uns weiter nach Pt. Hawkesbury, wo wir nach langem Suchen erst an der Brücke zur Hauptinsel ein Restaurant in einem großen Motel finden und zu Abend essen. Wir fahren insgesamt 3 Mal über die Brücke über die Strait of Canso und weiter in den Abend hinein. In Antigonish – endlich mal wieder so etwas wie eine Stadt – wollen wir dann übernachten und merken schnell, dass alles ausgebucht ist. Auf unsere Anregung zieht dann ein ganzer Trupp Leute in der Uni ein, wo in den Semesterferien Zimmer vermietet werden. Die Räume haben schon einen ganz eigenen Charme. Wir schieben zwei Betten aneinander und hängen unser Zelt quer durchs Zimmer zum Trocknen auf.

Mittwoch - 7.8. - Irgendwo


Zum Frühstücken suchen wir einen Platz am Strand und finden nach einiger Zeit auch eine sehr schöne Stelle auf einer langen Landzunge. Ein herrlicher Sandstrand mit schön parallel einlaufenden Wellen. Langsam wird es auch wieder warm und man könnte Urlaubsgefühle kriegen. Die ganze Gegend sieht gemütlich aus. Auf der Weiterfahrt machen wir einen Abstecher in Stellarton, um zu sehen, ob Lois „zuhause“ ist. Aber ihr Auto steht nicht da. Wie wir später hören, haben wir sie um einen Tag verpasst.
Irgendwo hinter ?
Mittwoch, 7.8. - Five-Islands


Gegen Mittag sind wir in Truro und quartieren uns gleich im Motel zur Flutwelle ein. Exakte Zeitpläne kündigen 2 Mal täglich das Wunder an, nachts mit Beleuchtung. Den Nachmittag verbringen wir an der Nordküste des Minas Basins im Five-Islands-Park. Wir spielen im Gezeiten-Schlick und erkunden stundenlang die Gegend. Bei Sonnenuntergang gibt es ein schnelles Abendessen auf dem Campingkocher und wunderbare Fotos.



So ein Schlammmassel

Five-Islands-Park
Five-Islands-Park
Im Abendlicht

Five-Islands-Park
Viel Ebbe
Im Abendlicht
Donnerstag - 8.8. - Truro


Gegen Mitternacht stellen wir uns dann dem Spektakel. Im Flutlicht sind etwa 50 Leute versammelt und schauen in den Fluss, in dem kaum Wasser ist. Als „Anfänger“ fragt man sich schon, was das denn soll, aber auf einmal kommen Vögel wie gestört und vertrieben den Fluss hinauf, begleitet von einem kalten Windzug. Und dann kommt das Wasser. Es fließt, aber vom Meer her. Es fließt schnell und hat einen Fronthöhe von 30-50 cm. So etwas kann man sich nur vorstellen, wenn irgendwo eine Schleuse aufgemacht wurde. Aber es fließt bergauf. Es ist wirklich beeindruckend. Innerhalb von zwei Stunden läuft das Flussbett voll, und in den nächsten 10 Stunden dann wieder langsam leer.

Heute gibt es die ganz Show noch mal bei Tage. Beim Warten spazieren wir entlang des Deiches durch hohes Gras. Die Flutwelle wird nachher schneller sein als wir. Bei Tageslicht fehlt zwar etwas das Obskure und Geheimnisvolle der Nacht, aber dafür kann man die Welle wesentlich besser in ihren Einzelheiten beobachten, wie sie jeden Winkel umspült und erobert, und wie sich die Front wie ein Heer von kleinen Kämpfern nach vorne stürzt. Die Wellenfront ist spektakulär, aber auch danach steigt das Wasser beeindruckend schnell und wir warten wie schon gestern Nacht wieder lange auf das Maximum. Wie gestern schon sind wir wieder die Letzten, die vom Fluss weggehen.

Auf dem Weg nach Halifax passieren wir noch einige Male Seitenflüsse in der Gezeitenzone und spekulieren wild über Zeitverschiebungen und ob wir noch eine Flutwelle zu sehen kriegen. In Shubenacadie ist der Fluss noch mal prima von der Strasse aus zu sehen, aber wir sind gerade zu spät.


Da könnte man durchlaufen
Quer zum Fluss - vorher
Die Zuschauertribüne - vorher
Noch ist er leer ...

Die Welle kommt
und nachher
und nachher
und jetzt ist er voll
Donnerstag - 8.8. - Peggy's Cove


So fahren wir dann weiter und sind erstaunlich schnell am Flughafen (was bedeutet, dass der Flughafen erstaunlich weit weg von Halifax ist). Wir versorgen uns mit den notwendigen Informationen für morgen und kommen dann nach endloser Baustelle an die Küste von St. Margarets Bay. Hier liegt auch das vielfotografierte Peggys Cove, was wir natürlich auch nicht auslassen wollen. Die ganze Küstenstrecke ist wunderschön, aber sehr bewohnt und eher in der oberen Preisklasse. Peggys Cove ist gnadenlos auf Bustouristen eingestellt, aber trotzdem sehr stimmungsvoll und fotogen. Um allerdings Fotos mit gutem Wetter und ohne Leute machen zu wollen, muss man wohl sehr früh aufstehen. Wir lassen uns viel Zeit, warten auf die Sonne, schauen hier, schauen dort ...



Haus an der Hafenausfahrt
Fast der ganze Hafen

Der meistfotografierte Leuchtturm
 

Bis wir in Halifax sind, ist es dann schon dunkel. Nach kurzer Orientierungslosigkeit finden wir dann doch ein sehr angenehmes Hotel und fahren noch mal in’s Zentrum, um etwas zu essen. Gegen 22 Uhr ist hier allerdings schon alles zu, nur am Hafen, wo gerade ein mehrtägiges Gauklerfestival stattfindet, ist noch was zu haben. Die Atmosphäre ist ansprechend lebhaft, das Essen gut, und wir bleiben sogar noch auf Kaffee und Cookie in einer Kaffeebar hängen.

Freitag - 9.8. - Halifax


So, heute geht es zum letzten Mal ans Packen. Alles klar zum Rückflug. Es ist schon erstaunlich, dass alles wieder in Tasche und Rucksack passt.. Wir fahren zum Flughafen, um Auto und Gepäck abzugeben. Da der Flug erst abends geht, müssten wir sonst einen ganzen Tag mehr Miete zahlen Erstaunlicherweise sehen die Leute von National die Beule in der Stossstange ganz gelassen. Wir hatten wohl doch den richtigen Tarif ausgewählt (POM, Peace of Mind).

So, jetzt mit dem Bus in die Stadt und auf zum Spaziergang entlang der Sehenswürdigkeiten. Altes und Neues ist hier nah beieinander und ich kann mir vorstellen, dass das Leben in der Stadt ganz angenehm ist. Auch bei Studenten ist die Stadt wohl recht beliebt. Wir gehen mit Stadtführer durch das alte Viertel, bleiben aber wieder im Hafen hängen, wo sich tagsüber die Gaukler, Komiker, Artisten mit ihren Vorstellungen abwechseln. Lange sehen wir 2 Dreimastern zu, die vermutlich mit einer Ladung zahlender Gäste eine kleine Rundfahrt machen. Unsere Stimmung ist geprägt vom Wissen, dass der Urlaub vorbei ist. Der Rest ist Routine ...


Clock Tower?, Downtown und Dreimaster

Im Hafen


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